Made in China (gebundenes Buch)

Roman
ISBN/EAN: 9783887473822
Sprache: Deutsch
Umfang: 240 S.
Format (T/L/B): 2.3 x 22 x 14.8 cm
Einband: gebundenes Buch
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Leo Zwirn, sowjetischer Kulturexperte und Lebenskünstler, wird Anfang der 60er Jahre nach China strafversetzt. Nach dem Bruch der chinesisch-sowjetischen 'Freundschaft' müssen alle Experten zurück in die UdSSR - außer Zwirn, der an ein von aller Welt vergessenes Museum in Xi'an, der alten Kaiserstadt, 'delegiert' wird. Es ist die Zeit der Kulturrevolution, das Museum soll als 'rückwärtsgewandte Institution' geschlossen werden. Um dies zu verhindern, finden sich im Museum Mitstreiter, die mit gewiefter Taktik und Phantasie diesen Beschluss zu unterlaufen versuchen. Mit der Wahrheit muss unkompliziert umgegangen werden. Ein sensationeller Fund, nämlich abstrakte Zeichnungen des frühen Mao Zedong, taucht auf, der im Museum wirkungsvoll präsentiert wird. Aber sind sie tatsächlich echt? Und wie lässt sich der misstrauische, skrupellose und machthungrige Politkommissar, der 'Stählerne Wu', in ein weiteres Projekt einbinden, durch das ein kunsthistorisches Weltwunder herbeigezaubert werden könnte: Das Entstehen der unsterblichen Armee von Terrakottakriegern, die von der Überlegenheit des chinesischen Volkes kündet und ganz nebenbei dem Tourismus, der 'Industrie ohne Rauch', einen global bewunderten Aufschwung verschafft.
Als 15-jähriger wurde Tilman Spengler in Oberhausen vom damaligen Erzbischof von Taipeh gefirmt. Etwa zwei Jahrzehnte später (1991) erschien der Band »Geistermauern«, Spenglers erstes Buch über China. In seinen Romanen »Der Maler von Peking« (1993) und »Die Stirn, die Augen, der Mund« (1999) beschäftigte er sich weiter mit der sinnlichen Wahrnehmung von und in fremden Kulturen. Spengler hat viele Jahre in China verbracht, als Forscher, als Journalist, als Berater - am liebsten als Beobachter und Gast. Zweimal traf ihn bisher das offizielle Verdikt, »kein guter Freund« des Landes zu sein. Es wirkt bis heute. Tilman Spengler wurde berühmt durch seinen Bestseller »Lenins Hirn« sowie durch seine langjährige Herausgeberschaft der Zeitschrift »Kursbuch«.
dkaflasche vor die Männer: 'Unser Museum hat einen bedeutenden Fund gemacht. Einen Fund, der zeigt, wie die chinesische Kultur seit Jahrtausenden allen anderen Kulturen dieser Welt überlegen ist.' 'Ich verstehe, aber was ist ein Fund?' 'Ein Fund ist ein wissenschaftlicher Beweis. Historischer Materialismus, davon habt ihr in den Schulungen gehört. Ich rede von einem Ding aus der Vergangenheit, wir nennen das ein >Objektstinkende< Klasse in unserer Gesellschaft. Uns stünde es nicht zu, einen Triumph zu melden, der einzig und allein der glorreichen Klasse der Arbeiter und Bauern zusteht. Es müssen Vertreter der Arbeiter- und der Bauernklasse, in diesem Fall eher der Bauernklasse sein, die dieses Objekt bei ihrer Arbeit auf dem Felde zwar durch Zufall finden, gleichzeitig jedoch sofort die Bedeutung erahnen und den Fund an das Museum in Xi'an melden.'