Thomas Willmann, "Der eiserne Marquis"
Donnerstag, 11. Januar 2024, 20 Uhr
Thomas Willmann
„Der eiserne Marquis“
Martin Böcker, Clavichord
Autorenlesung mit Musik
Eintritt: 15 € / Schüler 10 €
Einlass: ab 19.20 Uhr
Foto: Schaumburg
„Kommt her, meine Ratten. Habt nur Vertrauen! Lasst Euch nieder vor mir, auf diesen Steinen, welche meine Schritte speckig schlurften. Seid nicht scheu – war ich nicht alleweil gut zu Euch?“ Mit einem Ich-Erzähler, der in der Salpêtrière, der Anstalt für psychisch Kranke in Paris, vor den Ratten eine Lebensbeichte ablegt, beginnt der faszinierende Historienroman des 1969 in München geborenen Kulturjournalisten Thomas Willmann, dem bereits mit seinem Debüt „Das finstere Tal“ ein großer Erfolg gelang. In einer klug konstruierten, soghaften Kunstsprache voller literarischer Bezüge wird der Weg eines Uhrmachers von Wien durch den Siebenjährigen Krieg nach Paris offengelegt, der aus dem Gedankengut der Aufklärung heraus nach der Triebfeder des Lebens sucht, um sie nach den Gesetzen der Mechanik zu rekonstruieren und damit die Endlichkeit zu überwinden.
„Für solche Bücher wurde die Literatur einmal erfunden…Kein historischer Staub liegt hier auf den Zeilen; jede Seite scheint vielmehr zu brennen – für die Sprache, für die Vorstellungskraft“, begründet die Jury die Vergabe des Tukan-Preises 2023 an Thomas Willmann.
Martin Böcker, Organist und Spezialist für historische Tasteninstrumente, hat den Abend mit Clavichordmusik aus der Zeit der Empfindsamkeit bereichert.

Hier finden Sie ein Video zu "Der eiserne Marquis". 
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